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Durch das Reich der Mitte gerollt
Als am 30.4.2006 eine Maschine der AIR CHINA in Richtung Peking abhebt, ist unter den Passagieren auch Robert Böhm aus Gera Seine guten Leistungen im Speedskating hatten sich auch bis nach China rum gesprochen und gemeinsam mit dem Eisenacher Toni Deubner vom MICRO-INTERSPORT Team wurde er durch seinen chinesischen Sponsor , der weltweit größte Produzent von Inline Skates (produziert u.a. die Marken FILA und Rollerblade) zu den chinesischen Landesmeisterschaften eingeladen. Diese fanden vom 1. bis 3. Mai in Beidaihe, 300 km östlich von Peking am Golf von Baohai gelegen und weltweit einer der spektakulärsten Orte zur Beobachtung des Vogelzugs, statt. Als ein Stadtbezirk der bezirksfreien Stadt Qinhuangdao im Osten der Provinz Hebei ist Beidaihe vor allem dafür bekannt, dass viele Mitglieder des Politbüros der Kommunistischen Partei ihren Sommerurlaub an seinen Stränden verbringen. Seine Bedeutung als Badeort erlangte Beidaihe erst, als englische Ingenieure, die mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Tianjin-Shanhaiguan beschäftigt waren, zur Erholung hierher kamen. Ausländer und reiche Chinesen ließen Villen errichten, die während des Boxeraufstandes niederbrannten, aber später wiederaufgebaut wurden. Heute wird das Straßenbild von modernen Hotelkomplexen und Bürohäusern geprägt und als ein Highlight von Beidaihe kann sicherlich auch der Olympiapark angesehen werden. In diesem Komplex befindet sich auch die Speedskatingbahn, die Schauplatz spannender Wettkämpfe der chinesischen Skater-Elite war. Im Rahmenprogramm der Rennen, zeigte dann auch Robert Böhm sein Können auf 8 Rollen und avancierte mit Toni Deubner in kürzester Zeit zu Idolen des chinesischen Skaternachwuchses. Neben den sportlichen Aktivitäten und den vielen offiziellen Verpflichtungen mit der Provinzregierung blieb aber auch die Zeit, um das Wahrzeichen Chinas, die Große Mauer, zu besuchen. 35 Minuten Autofahrt entfernt von Beidaihe befindet sich Shanhaiguan, eine alte Militärbasis, wo die Große Mauer am Meer anfängt. Das nur noch in Ruinen daliegende Garnisionsstädtchen wurde wieder aufgebaut und ist mittlerweile eine begehrte Sehenswürdigkeit für Touristen und war auch für Robert Böhm und seine Begleiter eine faszinierende Begegnung mit der Geschichte Chinas, dem Reich der Mitte. Den Abschluss dieser unvergesslichen Reise bildete der Besuch der verbotenen Stadt im Zentrum der chinesischen Hauptstadt. Während der einen Woche eröffneten sich für den angehenden Lehramtsstudenten auch neue Horizonte in seiner sportlichen Entwicklung, konnte er doch nicht alle Einladungen annehmen, die ihm dank seiner fantastischen Präsentationen offeriert wurden. Der nächste Asienbesuch könnte dann aber für Robert Böhm schon im September folgen, wenn die Speedskating Weltmeisterschaften in Seuol (Korea) anstehen. Ein guter Schritt dahin wäre zunächst einmal ein gutes Abschneiden bei den am kommenden Wochenende stattfindenden Internationalen Rollsporttagen in Gera.
Mike Saft
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